Silke Silkeborg
MAGIE DER NACHT
Ein Film von Petrus van der Let 2012 (45min.)
Das Belvedere Wien veranstaltet 2012-13 eine Ausstellung zum Themenkreis „Nacht im Zwielicht“. Es ist eine Präsentation der Nachtbilder aus der eigenen Sammlung bis in die Gegenwart: u.a. Silke Silkeborg, Michaela Math, Ernst Stöhr (St. Pölten, Mitbegründer der Wiener Secession), Emil Jakob Schindler, Egon Schiele, Anton Romako, (NÖ), Wilhelm Thöny (1.Präsident der Grazer Secession), Inge Morath (Stmk), Alfred Kubin (OÖ).
Wie aber geriet die Nacht ins Zwielicht? Die alten „heidnischen“ Religionen kennen Götter der Nacht und des Tages. So finden wir im Iran vor 3500 Jahren, den Nachtgott Yama, zu dessen Ehren noch heute das Now Ruz, das persische Frühjahrs- und Neujahrsfest gefeiert wird. So auch in Graz, wo es die iranische Gemeinde feiert. Die alten Griechen verehrten Nyx, die Göttin der Nacht, vor der selbst Göttervater Zeus Respekt hatte. Doch bei dem Philosophen Platon gerät die Nacht ins Zwielicht: er vermutet, dass die meisten Menschen in der Dunkelheit einer Höhle hausen und die Nacht eine Zeit der Unvernunft ist. Die spätantiken Gnostiker (Mandäer, Manichäer) erklären der Nacht und der Finsternis den Krieg und infizieren damit auch die anderen monotheistischen Religionen. Augustinus, zum Christentum bekehrter Manichäer, macht aus Platons Staat einen Gottesstaat und überträgt die Frauenfeindlichkeit seiner früheren Religion ins Christentum. Für ihn ist die Nacht die Mutter der Gottlosen.
Im Mittelalter wird die Nacht oft als trauernde Frau dargestellt. Und sie ist die Zeit, wo der Teufel und die Hexen auftreten. Erst in der Neuzeit und auch durch die Aufklärung gibt es wieder Strömungen des Denkens, die an der Rehabilitierung der Nacht arbeiten (u.a. Sir Karl Popper), ebenso die Malerei mit ihrer Hell-Dunkel Sensualisierung der Farben. Heute schaffen wir durch die „Lichtverschmutzung“ zum Teil die Nacht ab. Es ist also verständlich, dass KünstlerInnen wieder Sehnsucht nach der Nacht entwickeln.
web-link: members.aon.at/vanderlet/deutsch/magie.htm
Ein Film von Petrus van der Let 2012 (45min.)
Das Belvedere Wien veranstaltet 2012-13 eine Ausstellung zum Themenkreis „Nacht im Zwielicht“. Es ist eine Präsentation der Nachtbilder aus der eigenen Sammlung bis in die Gegenwart: u.a. Silke Silkeborg, Michaela Math, Ernst Stöhr (St. Pölten, Mitbegründer der Wiener Secession), Emil Jakob Schindler, Egon Schiele, Anton Romako, (NÖ), Wilhelm Thöny (1.Präsident der Grazer Secession), Inge Morath (Stmk), Alfred Kubin (OÖ).
Wie aber geriet die Nacht ins Zwielicht? Die alten „heidnischen“ Religionen kennen Götter der Nacht und des Tages. So finden wir im Iran vor 3500 Jahren, den Nachtgott Yama, zu dessen Ehren noch heute das Now Ruz, das persische Frühjahrs- und Neujahrsfest gefeiert wird. So auch in Graz, wo es die iranische Gemeinde feiert. Die alten Griechen verehrten Nyx, die Göttin der Nacht, vor der selbst Göttervater Zeus Respekt hatte. Doch bei dem Philosophen Platon gerät die Nacht ins Zwielicht: er vermutet, dass die meisten Menschen in der Dunkelheit einer Höhle hausen und die Nacht eine Zeit der Unvernunft ist. Die spätantiken Gnostiker (Mandäer, Manichäer) erklären der Nacht und der Finsternis den Krieg und infizieren damit auch die anderen monotheistischen Religionen. Augustinus, zum Christentum bekehrter Manichäer, macht aus Platons Staat einen Gottesstaat und überträgt die Frauenfeindlichkeit seiner früheren Religion ins Christentum. Für ihn ist die Nacht die Mutter der Gottlosen.
Im Mittelalter wird die Nacht oft als trauernde Frau dargestellt. Und sie ist die Zeit, wo der Teufel und die Hexen auftreten. Erst in der Neuzeit und auch durch die Aufklärung gibt es wieder Strömungen des Denkens, die an der Rehabilitierung der Nacht arbeiten (u.a. Sir Karl Popper), ebenso die Malerei mit ihrer Hell-Dunkel Sensualisierung der Farben. Heute schaffen wir durch die „Lichtverschmutzung“ zum Teil die Nacht ab. Es ist also verständlich, dass KünstlerInnen wieder Sehnsucht nach der Nacht entwickeln.
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